Dialog in Ahrensburg

Unterstützen Sie den Aufruf

hauptseite Unterzeichner/innen Briefe an den KV Presse impressum
   
 
Rückkehr zur Vernunft

Noch immer kein Dialog mit dem Ahrensburger Kirchenvorstand.


Thesen Januar 2011

Vorgehen und Stil bei der „Aufklärungsarbeit“ in Ahrensburg sind unerträglich. Wir rufen auf zu Vernunft und Besonnenheit! Wir stellen unsere Meinung in 8 Punkten zur Diskussion:

  1. Unstrittig ist schweres Unrecht geschehen. Beteiligte räumen individuell sehr unterschiedliche Taten und Versäumnisse ein. Die Klärung komplexer Sachverhalte durch die zuständigen Stellen dauert an.
  2. Die Gemeinde ist durch das Reden und Handeln des Kirchenvorstands (KV) tief zerrissen. Das „vorläufige“ Verbot von Amtshandlungen wie Beerdigungen durch Pastor i.R. Hasselmann trifft viele Menschen schwer. 
  3. Der KV unter Leitung seines Vorsitzenden agiert seit Monaten unprofessionell und wenig erfolgreich in der Sache. So beteiligt er sich an einer öffentlichen Hetzjagd und trägt zu neuem Unrecht bei – u.a. zulasten der Angehörigen.
  4. Die fehlende Abgrenzung des KV vom Selbsthilfeverein der Opfer ist problematisch. So fehlt dem KV die im Rechtstaat gebotene Unparteilichkeit im Aufklärungsprozess.
  5. Der KV stellt sich nicht der eigenen Verstrickung: Mehrere seiner Mitglieder – auch Pastoren – waren bereits Mitglied dieses Gremiums, als 1999 die begründete Versetzung eines Pastors erfolgte. Heute versteckt man sich in der vermeintlichen „Aufklärerrolle“.  
  6. Noch immer lehnt die Mehrheit des KV direkte Gespräche mit den Beschuldigten ab. Klärung und Aufarbeitung in einem transparenten, fairen Prozess muss diese aber einbinden.
  7. Kritische Schreiben zu ihrer Vorgehensweise werden von den Verantwortlichen im KV nicht beantwortet. Sie sollten nun ihre Überforderung erkennen und geeignete Konsequenzen ziehen, – z.B. eine professionell begleitete Konfliktlösung ermöglichen.
  8. Sachliche Aufklärung im Sinne der Opfer muss auch Versöhnung und neuen Zusammenhalt der Gemeinde zum Ziel haben. Es braucht einen grundsätzlich anderen – auch christlicheren – Umgang miteinander. Wir wünschen uns eine Rückkehr zur Vernunft und neuen Dialog.

 

Die Initiatoren veröffentlichen hier ergänzende Thesen zum noch nicht begonnenen Dialog.

1. Der Ahrensburger Kirchenvorstand (KV) verweigert sich dem Dialog.
Seit wir im Januar 2011 unsere Thesen auf www.dialog-in-ahrensburg.de 
zur Diskussion gestellt haben, ist ein halbes Jahr vergangen. Über 100 
Mitglieder und ehemalige Mitglieder der Ahrensburger Kirchengemeinde 
haben unseren Aufruf unterstützt. Eine Reaktion des KV steht weiter aus.

2. Es fehlt dem KV an Courage, sich der eigenen Verantwortung zu stellen.
Das Moratorium des KV, das vom 4. Februar bis zum 18. April 2011 
andauerte, diente offenbar weniger der Einkehr und dem Nachdenken über 
das Geschehene, als vielmehr dem Wegducken vor berechtigter Kritik.

3. „Wer nicht fragt, bleibt dumm“
Ein Kinderlied behauptet, Nicht Wissen habe auch mit Nicht Fragen zu tun. Einige der 1999-KV-Mitglieder, wollen damals nichts von der Tragweite der Vorwürfe gegen den ehemaligen Pastor Kohl  erfahren haben. Unabhängig davon, wie umfänglich die damalige Pröpstin Heide Emse den Kirchenvorstand  informierte, geht es auch darum, was jede und jeder einzelne damals aus Gesprächen oder eigenen Beobachtungen gewusst oder geahnt hat und welche Fragen sich daraus ergaben oder hätten ergeben müssen.

4. Die Gemeinde zerbricht am Mangel aufrichtiger Aufarbeitung.
In einem Leserbrief wurde jüngst die Befürchtung ausgedrückt, man wolle die Schuld von Einzelnen auf "unschuldige Schultern" abwälzen. Unserer Meinung nach, geht es nicht um ein Verschieben von Schuld, sondern um die Ermöglichung eines offenen und aufrichtigen Dialogs in der Gemeinde. Dieser kann nur gelingen, wenn ein jeder über dem "Splitter im Auge" des Anderen nicht den "Balken" im eigenen Auge übersieht (Matth. 7.).

5. Christentum muss sich auch zur Vergebung bekennen.
Wir haben in unserem Aufruf zu Jahresbeginn für einen christlicheren Umgang miteinander geworben – im Wissen und Bestürzung darüber, dass offenkundig Unrecht geschehen und Menschen verletzt worden sind. Wenn andere Leserbriefschreiber und Kommentatoren unter dem Deckmantel von "christlich gebotener Fürsorge" schreiben, so meinen sie wohl in ihren Äußerungen leider allzu oft eigentlich die äußerst unchristlichen Kategorien Strafe und Vergeltung.

6. Die Suche nach einem Sündenbock hilft niemandem – auch und gerade den Opfern des Mißbrauchs nicht!
Nur wenn alle Beteiligten sich zunächst nach ihrem eigenen Wissen  und Gewissen befragen und dazu bekennen, ist verantwortliches Handeln 
möglich, das sexuellen Missbrauch in der Zukunft vermeidet. Zu Bekenntnissen, wie in dem Satz "Ich habe mich schuldig gemacht", fanden nur wenige den Mut und wurden dafür sogleich geächtet und ausgestoßen. Diese Haltung zu verändern braucht Unterstützung und Impulse von außen, z.B. durch einen unabhängigen Moderator.

Nele McElvany, Berlin
Nikolaus Lemberg, Eyendorf
Werner Treß, Berlin

 

 

Unterstützen Sie auch weiterhin unseren Aufruf "Rückkehr zur Vernunft" (8 Thesen) sowie auch die ergänzenden sechs Thesen durch ein eMail an:zustimmung@dialog-in-ahrensburg.de

 
 
 
 
 
 
Aktuelles
 

01. Dec. 2013


zustimmung@dialog-in-ahrensburg.de

 

 

 

 

 

 

 
   
Copyright ©2011 dialog-in-ahrensburg.de.